Timo & Salima – und drei Töchter
Der Tag, an dem ich begriffen habe, was ich verpasse.
2016 war ich selbständiger Landschaftsgärtner. Aufträge, Baustellen, lange Tage. Salima war schwanger. Ich kam abends nach Hause und war leer. Körperlich da, aber nicht wirklich.
Dann kam unsere erste Tochter. Und ich war oft nicht dabei. Das erste Krabbeln – verpasst. Das erste Lachen – Salima hat es mir erzählt. Die ersten Schritte – ich war auf einer Baustelle.
Irgendwann saß ich abends da und habe verstanden: Ich baue Gärten für fremde Menschen und verpasse, wie mein eigenes Kind wächst. Dieses Gefühl ging nicht mehr weg.
Salima und ich haben lange geredet. Nicht eine Nacht – viele. Und dann haben wir uns entschieden. Nicht gegen etwas. Für etwas. Für Zeit. Für unsere Tochter. Für uns.
Wir haben alles verkauft. Den Betrieb, die Möbel, das meiste was wir besaßen. Kein Plan, kein Drehbuch, kein Konzept. Nur eine Frage im Kopf: Was passiert, wenn wir unserer Familie das Wertvollste schenken was es gibt – Zeit miteinander?
Was dann kam, hätten wir uns nicht ausdenken können.

Drei Jahre Asien. Und eine Insel, die uns nicht mehr losließ.
Unsere erste Weltreise mit Kind führte uns nach Asien. Thailand, Kambodscha, Malaysia – wir sind langsam gereist, ohne Termine, ohne Rückflugticket. Unsere Tochter hat laufen gelernt, während wir unterwegs waren. Diesmal habe ich es gesehen.
Dann kam Sri Lanka. Und Sri Lanka hat uns nicht mehr losgelassen. Aus ein paar Wochen wurden fast zwei Jahre. Wir haben drei Monate auf einer Kokosnussplantage mitgeholfen. Echte Arbeit, Schwielen an den Händen, Mittagessen mit den Familien dort. Keine Touristenkulisse – Alltag. Begegnungen, die uns bis heute prägen.
Ich hatte die Kamera immer dabei. Aber nicht für einen Film. Es war unser Tagebuch. Momente festhalten, die sonst verschwinden – das war alles.
Gegen Ende der Reise wurde unsere zweite Tochter geboren. Auf Bali. Zwei Kinder, geboren in zwei Welten.
Als wir zurück nach Deutschland kamen, haben Freunde das Material gesehen und gesagt: Das müsst ihr zeigen. Wir haben gelacht. Ein Kinofilm? Wir? Sie hatten recht.
Auf dem Weg – wenn Begegnungen verändern
Aus drei Jahren persönlichem Tagebuch wurde unser erster Kinofilm. Keine Inszenierung, kein Drehbuch – nur das, was wirklich passiert ist. Die Plantage. Die Menschen. Eine Familie, die unterwegs zu sich findet.
Auf dem Weg lief in Kinos in ganz Deutschland. Menschen saßen im Saal und haben geweint, gelacht, uns danach geschrieben: Ihr habt etwas in mir angestoßen.
Wenn du wissen willst, wie alles angefangen hat – dieser Film ist der Anfang.
Indien. Zehn Monate, die nicht geplant waren.
Nach dem Kinoerfolg war für uns klar: Auch unsere zweite Tochter verdient diese Erfahrung. Also wieder los. Eine zweite Langzeitreise als Familie.
Unterwegs wurde Salima schwanger. Unsere dritte Tochter kam in Indien zur Welt. Und dann passierte etwas, das wir niemandem wünschen: Die Behörden glaubten uns nicht, dass es unser Kind ist. Der Vorwurf: Leihmutterschaft.
Zehn Monate durften wir Indien nicht verlassen. Zehn Monate Ungewissheit. Mit einem Neugeborenen und zwei kleinen Kindern. Behördengänge, Wartezimmer, Papiere, Hoffnung, Rückschläge.
Wir hätten daran zerbrechen können. Sind wir nicht. Wir haben in dieser Zeit gelernt, was eine Familie wirklich trägt: nicht die Umstände, sondern das Miteinander. Und ja – die Kamera lief auch da. Nicht für einen Film. Weil Filmen für uns längst die Art geworden war, das Leben zu verstehen.
Aus diesen zehn Monaten wurde unser zweiter Kinofilm.
"Manchmal schreibt das Leben den Film. Nicht du."
— Timo

Auf Umwegen
Manchmal ist der Umweg der eigentliche Weg. Auf Umwegen erzählt von den zehn Monaten in Indien – von einer Familie, die festgehalten wird und dabei freier wird als je zuvor.
Kein Reisefilm mit Sonnenuntergängen. Ein Film über Vertrauen, Geduld und darüber, was bleibt wenn alle Pläne wegbrechen. Auch dieser Film lief in Kinos in ganz Deutschland.
Wer Auf dem Weg mochte, sieht hier die andere Seite: nicht das Aufbrechen, sondern das Durchhalten.
Die Lern-App, die keine war.
Zurück in Deutschland lief der Alltag wieder an. Und mit ihm die Bildschirme. Wir hatten unseren Kindern eine Lern-App geholt. Sah professionell aus, gute Bewertungen, pädagogisches Konzept.
Dann habe ich meiner Tochter zugeschaut. Wirklich zugeschaut. Sie ist durch die Lektionen gerast. Nicht um zu lernen – um schneller beim Belohnungsspiel zu sein. Klick, klick, klick, Belohnung.
Da hat es bei mir eingeschlagen: Auch die guten Apps funktionieren nach demselben Suchtmodell wie Social Media. Punkte, Belohnungen, Dopamin. Das Lernen ist die Hürde, nicht das Ziel.
Was wirklich funktioniert hat, haben wir erst unterwegs verstanden: Bildschirme verlieren nicht gegen Verbote. Sie verlieren gegen echtes Leben. Auf der Reise wurden die Screens von alleine uninteressant. Keine Diskussionen mehr. Kein Kampf.
Wie genau das passiert ist – und was du davon zu Hause umsetzen kannst, ohne Camper, ohne Weltreise – haben wir komplett aufgeschrieben.
Wie wir die Bildschirmzeit gesenkt haben →Drei Töchter. Ein Camper. Richtung China.
Unsere Jüngste ist jetzt alt genug. Und zum ersten Mal können alle drei Schwestern diese Erfahrung gemeinsam machen. Das war für uns der Punkt: nicht zwei Kinder mit Reiseerinnerungen und eines ohne – sondern drei Schwestern, die zusammen die Welt entdecken.
Denn das ist etwas, das uns niemand vorher gesagt hat: Auf so einer Reise lernen Geschwister wirklich miteinander zu sein. Nicht nebeneinander vor Bildschirmen – miteinander. Streiten, vertragen, gemeinsam staunen. Diese Bindung tragen sie ihr Leben lang.
Seit September 2025 fahren wir mit dem Camper von Deutschland Richtung China. 27 Länder seit 2016 liegen hinter uns. Die Mädchen lernen unterwegs – Roadschooling. Mathe am Küchentisch im Camper, Geografie aus dem Fenster, Sprachen auf dem Marktplatz. Die Welt ist ihr Klassenzimmer.
Und natürlich läuft die Kamera. Der dritte Film entsteht – live, während du das hier liest.
Erlebe die ganze Geschichte. Von Anfang an.
Zwei Kinofilme erzählen wie alles begann: das Aufbrechen und das Durchhalten. Der dritte entsteht gerade – unterwegs durch die Welt.
Auf dem Weg – wenn Begegnungen verändern
128 Minuten. Eine Reise die zeigt was passiert wenn man wirklich zuhört.